Seefracht 2026: zu viele Schiffe, instabile Routen, bessere Verträge
Rekordablieferungen neuer Schiffe drücken die Raten, während Umleitungen und Zuschläge die Volatilität am Leben halten. Wie man Kosten fixiert, ohne Flexibilität zu verlieren.

Der Containermarkt lebt in einem Widerspruch. Einerseits wächst die Weltflotte in Rekordtempo, weil in der Pandemie bestellte Schiffe abgeliefert werden, was die Raten drückt. Andererseits erzeugen Umleitungen, Notfallzuschläge und punktuelle Staus Spitzen, die Importeure unvorbereitet treffen.
Was die Preise bewegt
- Kapazität: mehr Schiffe als Ladung auf den großen Ost-West-Verkehren, was den Verlader in den Jahresverhandlungen begünstigt.
- Routen: ein Teil der Flotte umfährt weiterhin Afrika, statt den Suezkanal zu nutzen, was Kapazität bindet und die Transitzeit Asien-Europa und indirekt Asien-Brasilien verlängert.
- Zuschläge: Hochsaison, Staus und schwefelarmer Treibstoff tauchen weiterhin auf der Rechnung auf, oft ohne Vorwarnung.
- Allianzen: die Neuordnung der Reederkonsortien veränderte Frequenzen und Anlaufhäfen, auch in Santos, Paranaguá und Itapoá.
Unsere Meinung: 2026 ist ein Vertragsjahr, kein Spotjahr
Bei überschüssiger Kapazität erhält ein Verlader mit planbarem Volumen Jahresverträge deutlich unter dem Niveau von 2024. Der Fehler wäre, 100 % des Volumens vertraglich zu binden: Halten Sie einen Anteil im Spot, um Rückgänge zu nutzen und in Nachfragespitzen flexibel zu bleiben.
Unsere Faustregel: 60 bis 70 % des Volumens vertraglich bei zwei Reedereien, der Rest im Spot über einen Partner-Konsolidierer. Zuschlagsklauseln schriftlich verhandelt, mit Obergrenze.
Worauf es jenseits des Preises ankommt
Billige Fracht mit 55 Tagen Transitzeit und drei Umladungen kann durch Bestände und Working Capital mehr kosten als ein Direktdienst, der 15 % teurer ist. Prüfen Sie Fahrplantreue, Free Time für Container am Bestimmungsort und die Servicequalität im Störungsfall. 2026 zeigt sich der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Logistikpartner genau dann.
TMLOG verhandelt mit den wichtigsten Reedereien und Konsolidierern auf den Verkehren nach Asien, Europa, Nordamerika und in den Nahen Osten und entwirft die Vergabestrategie nach dem Profil jedes Kunden.



