Mercosur-EU: das Abkommen kommt. Wer wird es nutzen?
Nach 25 Jahren Verhandlung ist das Abkommen auf der Zielgeraden der Ratifizierung. Unsere Sicht auf Gewinnerbranchen, Quoten, Ursprungsregeln und was jetzt zu tun ist.

Das Abkommen zwischen Mercosur und Europäischer Union wurde Ende 2024 unterzeichnet und bewegt sich seither durch die Ratifizierung, mit dem Lärm, den man bei einem Vertrag dieser Größe erwartet. Unabhängig davon, wann genau die ersten Zollsenkungen greifen, steht eines fest: Wer vorbereitet ankommt, sichert sich Quoten und Vertriebskanäle zuerst.
Wo die Chancen liegen
- Agrar und Lebensmittel: Fleisch, Zucker, Ethanol, Honig, Obst und Säfte erhalten Quoten und schrittweisen Zollabbau. Quoten sind begrenzt, und eine umkämpfte Quote gehört dem, der zuerst verlädt.
- Industrie: Die EU beseitigt im Zeitverlauf Zölle für die große Mehrheit brasilianischer Industriegüter, was den Markt für Maschinen, Kfz-Teile, Chemie und Schuhe wieder öffnet.
- Import: europäische Investitionsgüter, Arzneimittel, Weine und Käse werden in Brasilien wettbewerbsfähiger, was auch für Distributoren eine Chance ist.
Ursprungsregeln: das Detail, das alles entscheidet
Der Zollvorteil gilt nur für Waren, die die Ursprungsregeln des Abkommens erfüllen. Das bedeutet, regionale Wertschöpfungsanteile, qualifizierende Fertigungsschritte und Ursprungsnachweise zu steuern. Unternehmen mit asiatischen Vorlieferketten müssen jetzt kartieren, wo die Risiken der Aberkennung liegen.
Unsere Empfehlung: Führen Sie je Produktlinie eine Ursprungsanalyse durch, bevor Sie dem europäischen Käufer einen Preis zusagen. Erst nach Vertragsabschluss zu merken, dass die Ware sich nicht qualifiziert, wird teuer.
Nachhaltigkeit ist kein Anhang
Das Abkommen enthält Umweltverpflichtungen, und europäische Importeure verlangen bereits Rückverfolgbarkeit aufgrund eigener Vorschriften, etwa der Entwaldungsregeln und des CO2-Grenzausgleichs. Wer Agrarrohstoffe oder energieintensive Güter exportiert, braucht Daten, nicht nur gute Absichten.
TMLOG verfolgt die Zollabbaupläne und hilft beim Markteintrittsplan: Ursprungsqualifizierung, Seefrachtlogistik zu den wichtigsten europäischen Häfen und Abfertigung mit lokalen Partnern.



